echte Nylons - Merkmale
Wenn wir hier über die Merkmale von sogenannten echten Nylonstrümpfen sprechen, sei erwähnt, dass als Vergleich die heutzutage im Handel erhältlichen Strapsstrümpfe moderner Machart herangezogen werden
100% Nylon als Material:
Ausgangsmaterial für echte Nylons ist zwingend immer 100%iges Nylongarn, ohne Anreicherung oder Beimischung von zum Beispiel Elasthan. Nur diese erste Grundvoraussetzung macht ihn zu einem wirklich echten Nylonstrumpf, unabhängig von der weiteren Verarbeitung!Verstärkungen:
In der Regel weisen klassisch gefertigte Nylonstrümpfe verstärkte Bereiche für die Zehen und die Ferse auf. Diese Bereiche sind nutzungsbedingt größeren Beanspruchungen ausgesetzt als der restliche Teil des Strumpfe, bis auf den Strumpfrand, welchen wir später behandeln. Diese Verstärkungen sind doppel-lagig gearbeitet und vernäht um einen besseren Schutz bei Überstrapazierung zu gewährleisten. Echte Nahtnylons weisen ebenfalls eine verstärkte Sohle auf. Hier beginnt nämliche bereits der Ansatz der später an der Ferse aufwärts verlaufenden Naht.Die Naht (bei Nahtnylons):
Nylonstrümpfe ohne Naht werden auch als RHT-Nylons bezeichnet. Das kommt aus dem Englischen und bedeutet Reinforced Heels and Toe, zu deutsch verstärkte Ferse und Zehen.Nahtstrümpfe weisen zudem die erwähnte Solenverstärkung auf. Da Nylonstrümpfe nicht dehnbar sind, werden sie entsprechend vernäht um die gewünschte Passform zu erhalten. Im Gegensatz zu modernen Damenfeinstrümpfen, welche auf Rundstrickmaschinen quasi als Schlauch genäht werden können, werden echte Nahtnylons auf Flachstrickmaschinen gewirkt und später mittels Schablonen auf Passform vernäht. Herstellungsbedingt entsteht beim Vernähen der Naht ein weiteres Merkmal echter Nylons, das sogenannte Minderungsmuster, welches, kaum zu sehen, rechts und links der Naht verläft.
Der Doppelrand:
Eines, neben der Naht, der wohl am auffälligsten Merkmale der Vintage-Nylons ist der Doppelrand, oder besser das Dehnungsloch darin.In einigen Publikationen wird dieses Loch auch Auge genannt. Aus herstellunstechnischen Gründen muss dieses Loch einfach sein. Im Prinzip wird dahindurch die Naht genäht.
Der restliche Strumpfabschluss-Saum wird normalerweise aus stärkerem Garn gearbeitet und doppelt gelegt, um die Zugkräfte die durch den Strumpfhalter ständig auf die Nylons wirken aufzunehmen.