echte Nylons mit Naht - die Herstellung
Das Garn
Wie schon des Öfteren erwähnt wird zur Herstellung der sogenannten echten Nylons nur 100%tiges Nylongarn verwendet. Also eine monofile Nylonfaser ohne jeglichen Zusatz von Elasthan.
Dies bewirkt das typische Verhalten eines authentischen Nylonstrumpfes am Bein wie zum Beispiel leichter Faltenwurf und die kaum vorhandene Dehbarkeit des Strumpfes.
Das Wirken / die Maschine
Die Art und Weise der Herstellung der Nahtstrümpfe wie in den 50er und 60er Jahren unterscheidet sich grundsätzlich von der moderner Feinstrümpfe oder Strumpfhosen. Werden modernere Strumpfwaren rundgestrickt, also wie ein Schlauch, wurden oder werden die echten Nahtnylons auf Flachstrickmaschinen gewirkt und später vernäht. Die berühmteste dieser Flachstrickmaschinen ist die sogenannte Cotton-Maschine. Die Bezeichnung dieser Maschine hat nichts mit Baumwolle zu tun (im engl. Cotton=Baumwolle) sondern kommt vom Namen der Herstellerfirma.
Diese wahren Meisterwerke der Feinmechanik sind echte Schwergewichte. Mit bis zu fünfzehn Tonnen Gewicht garantierten sie einen vibrationsarmen Lauf und Verwindungsstabilität. Heutzutage werden virtuelle Achsen mittels Servoumrichter und SPS-Steuerungen zur Serienproduktion eingesetzt. Damals geschah das auf nur einer Achse, der sogenannten Königswelle. So konnten, abhängig von der verwandten Maschine, 30-40 Strümpfe gleichzeitig gewirkt werden.
Produkt dieser Maschine war dann ein ziemlich farbloses, weißliches Stück Nylongewebe, welches die Form eines an der Naht aufgetrennten und flach ausgebreiteten Strumpfes hatte. Dieser musste dann im nächsten Arbeitsgang noch vernäht werden.
Die Naht am Strumpf
Keine genähte Naht, keine echten Nylons!
Filigranarbeit für feine Hände. Nur wirklich geübte Näherinnen sind in der Lage die 3-fach-Nähte herzustellen, und das in reiner Handarbeit.
Um die Naht möglichst klein zu halten, was ein angenehmeres Tragen der Strümpfe bedeutet, werden die Enden nur einfach vernäht, also ohne doppelte überlappung. Bei diesem Vorgang entsteht dann das sogenannte Dehnungsloch, auch Auge oder Abschlussloch genannt, am Strumpfrand. Hierdurch wird quasi der Strumpf vernäht. Auch dieses Loch ist ein Markantes Erkennungszeichen für echte Nylons.
Farbe zum Strumpf
Was wäre ein echter Nylonstrumpf ohne Farbgebung?
Leider sind nicht alzu viele Farbvarianten auf dem Markt. Viele Anbieter beschränken sich auf Hauttöne, klassich schwarz oder weiß. Nur wenige bieten auch Nahtnylons zum Beispiel in Pink, Blau oder auch Grün an.
Das Färben an sich läuft unspektakulär wie bei jedem Kleidungsstück ab. Wichtiger noch ist das in Form bringen des bis dato noch ziemlich formlosen Strumpfes. Dies geschieht mittels heißem Dampf wobei der Strumpf über ein anatomisch dem Frauenbein nachempfunden hohlen Metalkolben gestülpt wird aus dem durch kleine Löcher der Dampf austritt. Durch die Veränderung der Struktur des Nylon-Garnes wird der Strumpf so in seiner Form fixiert.
Der entgültige Nylonstrumpf geht also durch viele Hände und Arbeitsschritte bevor er am Bein für Blicke sorgen kann.