Nylon - die Herstellung der Kunstfaser

Nylon Herstellung Schematisch Eine kurze Beschreibung für Leute, welche sich mit Chemie etwas auskennen:
die Nylon-Kunstfaser besteht aus Peptid-Verbindungen. Bei der Produktion verbinden sich Dicarbonsäure und ein Diamin (diesen Prozess nennt man Polykondensation).
Erhitzt man die Mischung der beiden Stoffe Hexametylendiamin und Adipinsäure, entsteht eine Schmelze (oder auch Spinnschmelze genannt), aus der sich mechanisch Nylonfäden ziehen lassen. Dieses Verfahren wird Schmelzspinnverfahren genannt und funftioniert mittels Spinndüse, welche im Prinzip eine Scheibe mit entsprechenden Löchern ist, durch die die Schmelze (also vorher erzeugtes zähflüssiges Nylon) gepresst wird. Vergleichbar ist das ganze mit einem Brausekopf einer Dusche. Die Größe der in der Spinndüse vorhandenen Löcher bestimmt während dieses Prozesses bereits maßgeblich die Feinheit des Produktes, daher die spätere Garnstärke des Nylons.
Der austretende, noch zähflüssige Nylonfaden wird durch ein Gebläse sofort abgekühlt. Anschließend wird der so enstandene Faden gezogen (Fachausdruck: Verstrecken) wobei er 400 bis 1200 % seiner Länge erreicht. Während des Verstreckens ändert sich im so gewonnenen Nylon-Faden das Gefüge, daher die Polymerketten richten sich zur Faserachse aus. Durch diese Änderung im Material erst entsteht die für Nylon-Fäden berühmte Reiß-und Zugfestigkeit sowie deren Elastizität.
Die Garnstärke wird in DEN oder dtex angegeben, welche ein Gewicht/Länge Verhältnis darstellt. Dementsprechen hat ein Nylon-Faden von 15den (oft zu sehen auf Verpackungen von Strumpfhosen oder Nylons) bei einem Gewicht von 15 Gramm eine Länge von 135000 Metern, da 1den = 1 Gramm pro 9000m. Die neuere, international gültige Maßeinheit ist dtex, wobei 1 dtex = 1 Gramm pro 10000m.
Nach dem Verstrecken wird der Nylonfaden auf Rollen gespult und ist bereit für die Weiterverarbeitung, zum Beispiel zu Strumpfhosen oder Nylons, aber auch zu Dessous oder anderen Textilien.

Nylon - Anwendungen